Mache ich auf meinem Blog Schleichwerbung?

Was ist eigentlich Schleichwerbung und läufst du Gefahr, mit deinem Blog Schleichwerbung zu machen? Ich habe mir mal ein paar Gedanken zu einer sehr guten Frage von einer meiner Leserinnen gemacht und möchte heute gern mit dir zusammen dieses Thema besprechen…

Vor kurzem fragte mich eine Bloggerin, ob sie Gefahr läuft, Schleichwerbung für die jeweligen Marken zu machen, wenn sie selbstgekaufte Dinge unter ihren Usern verteilt.

Ich fand ihre Frage wirklich gut und vor allem so wichtig, dass ich heute einmal mit dir dieses Thema bearbeiten und gerne auch diskutieren möchte, denn ich denke, dass es durchaus ein sehr wichtiger Punkt ist.

Vorab sei noch gesagt: ich bin keine Anwältin und auch keine Rechtsexpertin. Ich kann dir nur sagen, wie ich es verstehe und was ich mir darunter vorstelle. Einen Anspruch auf Richtigkeit oder Absolutheit hege ich hierbei mit Sicherheit nicht.

Genau genommen, bin ich mir selbst unsicher. Ich habe zwar mal Jura studiert, aber ich war nicht besonders gut darin.

Also versuche ich mal mein Glück und bin für deine Hilfe dankbar! ;)

So, genug drum herum geschwafelt – jetzt geht es los!

Was ist Schleichwerbung eigentlich?

Ich habe mal ein bisschen im Internet nach einer guten Definition geschnüffelt und da mir das Wirtschaftslexikon von Springer Gabler bereits aus der Studienzeit nur allzu vertraut ist, ziehe ich dieses mal zu Rate.

Gabler definiert Schleichwerbung nun also folgendermaßen:

Wirtschaftswerbung muss als solche erkennbar sein, ist sie das nicht von sich aus, muss sie als Werbung offen gelegt werden. Unter privaten Kleinanzeigen abgedruckte Anzeigen sind im Fall nicht hinreichender Unterscheidbarkeit als gewerblich auszuweisen, Anzeigen, die nach Form und Inhalt wie redaktionelle Beiträge aufgemacht sind, sind als „Anzeige” hinreichend deutlich kenntlich zu machen. Verstöße sind sittenwidrige Werbung (Kundenfang; Product Placement). Zu Werbung in der Form von Berichterstattung seitens der Medien vgl. Trennungsgebot. Nach § 7 RfSTV sind Schleichwerbung und entsprechende Praktiken unzulässig in Fernsehen und Hörfunk. [Quelle: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/7410/schleichwerbung-v6.html]

Schleichwerbung ist also alles, was für ein Unternehmen wirbt, ohne dass der Werbecharakter hierbei zu erkennen ist.

[Eine Anmerkung: ich weiß, dass diese Definition sich auf Fernsehen und Hörfunk bezieht und nicht explizit auf Online-Medien. Dennoch ist diese Definition von Schleichwerbung auch auf den Online-Bereich übertragbar: Was den Kunden täuscht, ist immer strafbar!]

Was genau bedeutet das nun im Blogger-Dasein?

Ihr habt das bestimmt schon bei einigen Bloggern gesehen. Wenn sie gewisse Produkte von Unternehmen präsentieren (im Rahmen einer Zusammenarbeit, sprich die Produkte gab es kostenlos), dann schreiben sie in der Regel: „Diese Produkte wurden von der Firma xy zur Verfügung gestellt.“

Durch diesen Satz wird dem Leser direkt klar, dass das Unternehmen seine Finger mit im Spiel hat.

Hier ist es aber in der Regel so, dass der Blogger lediglich einen Produkttest verfasst und somit nicht wirbt, sondern seine Meinung kundtut.

Würde der Blogger nun in Absprache mit dem Unternehmen das Produkt anpreisen und es wäre nirgens zu lesen, dass er das Produkt zur Verfügung gestellt bekommen hat und das Unternehmen hier mit ihm zusammenarbeitet (also maßgegebend an dem Inhalt mitgewirkt hat), dann handelt es sich um Schleichwerbung.

Der Leser wird hier eindeutig getäuscht, denn ihm wird klar verheimlicht, dass in diesem Beitrag nicht wie üblich die Meinung des Bloggers kundgetan wird, sondern die des Unternehmens.

Eine klare Trennung von redaktioniellem und kommerziellem Inhalt ist also unheimlich wichtig!

Wie kann man das jetzt auf die Kernfrage beziehen?

Eine wichtige Sache unterscheidet die Schleichwerbung aber von dem, was die Bloggerin macht: sie wird von keinem Unternehmen dazu motiviert, ihre Produkte anzupreisen und unter die Leute zu bringen. Vielmehr agiert sie hier aus ganz eigenen Stücken und hat die Produkte auch selbst von ihrem eigenen Geld erworben.

Für mich hat das, was die Bloggerin tut, nichts mit Schleichwerbung zu tun.

Wie siehst du das? Darf die Bloggerin ihre selbstgekauften Produkte in kleinen Geschenkboxen verschenken?

[Header: DeathtotheStockPhoto]

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10 Gedanken zu “Mache ich auf meinem Blog Schleichwerbung?

  1. Ich sehe das genau so wie du. Ich habe erst letztens für mein Must-Have Ketten selbst gekauft, weil sie mir so gut gefallen haben und sie dann einfach meinen Lesern gezeigt. Natürlich schreibt man dann dazu, wo man sie gekauft hat, aber wie du schon geschrieben hast. Ich finde es nicht als Schleichwerbung, auch wenn die Firma davon vielleicht profitiert. Auch habe ich schon Diverses verlost…nicht verschenkt ;-)
    LG

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  2. Durch die Verlosung eines Produktes triffst Du per se keine Aussage, mit der Du das Produkt bewertest. Anders wäre es, wenn Du sagtest:“Ich verlose Product xyz, weil das meiner Meinung nach das beste auf der ganzen Welt ist.“.

    Generell besteht bei journalistischen Beiträgen laut Gesetz die Pflicht, Werbung in Inhalten zu kennzeichnen. Wenn Du ein Produkt kostenlos oder vergünstigt erhälst und eine Bewertung dazu abgibst, gilt das bereits als Werbung und muss auch als solche gekennzeichnet werden – Eigentlich. Aber wo kein Kläger, da kein Richter.

    Allerdings musst Du Dir die Frage stellen, ob Du Deinen Lesern kommunizierst, wenn Dir ein Produkt zur Verfügung gestellt wird, über das Du schreibst. Ich mache das so, da ich finde, die Leser sollen das wissen, wenn ich z. B. einen Werkzeugtest mache. Jeder soll für sich entscheiden können, ob er mir meine Meinung glauben kann.

    Es gibt speziell auf Youtube immer wieder Shitstorms, bei denen das unterlassen wurde und z. T. Produkt xyz in den Himmel gelobt wird. Wenn sich später herausstellt, dass es gesponsert wurde und vielleicht auch noch eine nicht unerhebliche Summe geflossen ist, ist das sehr peinlich und kann bei einem kleinen Blog durchaus zum Genickbruch führen.

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    • Hi Marc,

      Wow, du hast dir aber Mühe gegeben – vielen Dank für dein ausgiebiges Feedback. :)

      Ich finde das sehr gut, wie du es machst. Ich denke, die Leser eines Blogs haben Transparenz verdient, also sollte man mit so etwas offen und ehrlich umgehen.

      Es ist ja nicht verwerflich, wenn man mit einem Unternehmen zusammenarbeitet. Unschön ist die Sache erst, wenn man seine Leser dabei täuscht oder im Unklaren lässt.

      Sachen zu verlosen halte ich auch für unproblematisch, solange es nicht von einem Unternehmen ausgeht und man das nicht klar macht.

      LG, Bine

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    • Sollte das Produkt gesponsert werden, wird das bei mir immer am Ende des Berichtes vermerkt. Ich selbst über nicht nur Lob aus, wenn mir ein Produkt nicht zusagt, beziehungsweise nicht hält was es verspricht, schreibe ich es dann auch genauso in den Bericht. Wobei es egal ist ob gesponsert oder nicht ;-) Denn Leser die es sich dann kaufen und feststellen das es nicht so ist wie ich geschrieben haben, waren die längste Zeit meine Leser!
      LG

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  3. Hi Bine,

    hast recht, ist ein großes Thema. Ich denke beim Bloggen wird wohl keiner irgendwelche Produkte anpreisen, sondern eher die eigene Meinung kundtun. Insofern ist das in meinen Augen keine Schleichwerbung.

    Ob deine Leserin die Dinge verschenken darf? Machst du Schleichwerbung wenn du deinem Mann zu Weihnachten eine Kette von Valmano schenkst? Geschenke sind Geschenke sage ich und da sehe ich wirklich kein Problem.

    Ich glaube gefährlich wird es erst, wenn du wirklich von einem Unternehmen dazu angestiftet wirst das Produkt zu bewerben.

    Gut zu wissen übrigens, dass du mal Jura studiert hast. ;)
    Du bist wohl auch ein sogenannter „Scanner“ wie ich das sehe (Willkommen im Club).

    Liebe Grüße
    Tina

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    • Hi Tina,

      Ja, ich habe mich als Jura-Versucher geoutet. ;) Was ist denn ein Scanner?

      Wenn ich meinem Mann etwas schenke, tue ich das ja nicht in der Öffentlichkeit. Dennoch verstehe ich natürlich deinen Standpunkt und vertrete ihn ebenso. :)

      LG, Bine

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      • Vielleicht schaust du dir mal diese beiden Blogs an:

        http://www.diana-grabowski.com/
        http://marastix.com/

        Scanner sind auch sogenannte Vieltalentierte. Meistens ist das dann so, dass du von allem total begeistert bist und sehr vieles gleichzeitig machen willst, selten aber etwas zu ende bringst. Da fällt es dann auch besonders schwer „die“ eigene Stärke oder „das“ Talent zu finden. Davon gibt es einfach zu viele :)

        Ich glaube das passt ganz gut zu dir (kann mich aber natürlich irren)

        Viel Spaß beim scannen ;)

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      • Oh Gott, jetzt fühle ich mich aber geschmeichelt. :)
        Ja, es könnte tatsächlich passen. Ist aber auch nicht immer schön, wenn man sich nicht so richtig für das eine Richtige entscheiden kann…
        Wobei Jura bei mir total in die Hose gegangen ist. :D
        LG, Bine

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