Mittels Photoshop in 10 Schritten von der Wiese zum See

Ich habe heute wieder was schönes aus meiner Foto-Kiste. Diesmal möchte ich dir einen kleinen Zaubertrick verraten – auch auf die Gefahr hin, dass du auf eben diesen bei mir wohl nicht mehr reinfallen wirst. Also worum geht’s? Wir schaffen mit einer simplen Spiegelung einen schönen See…

Vor einiger Zeit schlenderte ich gemütlich durch das Warburger Umland und kam irgendwann bei diesem wunderschönen See an. Und weil er so idyllisch aussah, musste ich ihn einfach fotografieren. Wasser hat schon wirklich eine tolle Wirkung, oder?

Ein wunderschöner, idyllischer See...

Eine malerische Idylle. Oder nicht? Hm, du ahnst es wahrscheinlich schon: nein, ist es nicht. Ich habe ein bisschen getrickst. Gut, man sieht es auch, wenn man es weiß und genau hinsieht. So sauber habe ich hier nicht gearbeitet, weil mir dafür einfach die Zeit fehlte. Ich wollte dir trotzdem mal zeigen, was man mit Photoshop alles machen kann. Man sollte eben nicht immer alles glauben, was man sieht…

Was hatte ich denn nun tatsächlich vor der Linse, fragst du dich vermutlich. Zeig ich dir gern:

Der See macht schon mehr her...

Tja. Schon irgendwie ein anderes Bild, oder? Auch nicht schlecht, aber ganz schön grün und einfach nicht so spannend und idyllisch.

Du willst das jetzt auch mal ausprobieren? Versteh ich. Und weil du so lieb guckst, verrate ich dir auch gerne die Schritte zu deinem eigenen Seebild. So geht’s:

1. Öffne das Bild mit Photoshop.

Das kriegen wir doch auch ohne Beschreibung hin. ;) Ich nutze übrigens Photoshop CC, daher kann ich nicht garantieren, dass in anderen Photoshop-Versionen die jeweiligen Werkzeuge auch an derselben Stelle sind.

2. Markiere den oberen Bereich des Bildes

Dafür nimmst du erst einmal das Polygon-Lasso-Werkzeug (bei Photoshop CC ist es in der linken Menüleiste das dritte Zeichen von oben, eventuell musst du mit Rechtsklick auf dieses Zeichen noch die Auswahl öffnen). Und dann markierst du das, was du im See gespiegelt haben möchtest:

Markiere den entsprechenden Bereich.

3. Copy Paste

Der Schritt ist leicht: einmal Strg+C, dann Strg+V und schon hast du diesen Bereich in eine neue Ebene kopiert.

4. Spiegeln

Jetzt kommen wir zum essentiellen Schritt in diesem Trick: wir spiegeln. Dafür drückst du Strg+T und Photoshop markiert den Bereich in dieser Ebene. Nun klickst du mit rechts auf den markierten Bereich. Es öffnet sich ein Menü, in dem du dann auf „vertikal spiegeln“ klickst.

So, jetzt spiegeln wir also vertikal...

5. Positionieren

Jetzt wählst du oben in der Menüleiste das Zeichen, mit dem du (immernoch unter Strg+T) das Bild frei transformieren kannst und tust eben dieses dann auch, indem du die einzelnen Markierungspunkte und Flächenabschnitte solange verschiebst, bis alles an seinem Platz ist. An dieser Stelle habe ich übrigens ein wenig geschludert… ;) Kleiner Tipp dazu: Zieh die Fläche ein kleines bisschen höher, du wirst gleich noch sehen warum.

Positioniere deine gespiegelte Fläche.

6. Maskieren

Nun erstellst du eine Ebenenmaske mit einem Klick auf das Symbol mit weißem Rechteck und schwarzem Kreis unten rechts in deinem Ebenenbereich. Warst du erfolgreich, sieht das dann so aus:

Ebenenmaske erstellen.

7. Ränder weichzeichnen

Jetzt gehen wir an den Feinschliff. Gleich wird auch klar, warum du die Fläche ein bisschen höher ziehen solltest. In der Ebenenmaske (wichtig!!!) nehmen wir nun einen weichen Pinsel und stellen die Farbe auf schwarz. Dann gehen wir vorsichtig über die Ränder. Sie werden weichgezeichnet. Wenn du dich vermalt hast, dann stelle die Pinselfarb auf weiß und die Fläche wird wieder sichtbar. Damit spielst du nun so lange, bis du mit den Übergängen zufrieden bist.

Die Ränder werden weichgezeichnet.

8. Schönheitsreparaturen

Die Spiegelung auf einem See ist meist dunkler, als die natürlichen Farben seiner Umgebung. Es ist also eher unrealistisch, den See genauso hell zu lassen, wie den Himmel. Also gehen wir unter Bild -> Korrekturen -> Helligkeit/Kontrast und stellen dort solange die Helligkeit runter und den Kontrast hoch, bis das Ergebnis möglichst echt aussieht.

Helligkeit und Kontrast werden angepasst.

9. Verzerren

Ein See liegt zwar in der Regel ruhig, eine komplett plane Fläche hat er aber dennoch nicht. Deshalb kommt jetzt noch ein letztes Instrument zum Einsatz: der Verzerrungsfilter. Du gehst dafür auf Filter -> Verzerrungsfilter -> Kräuseln und stellst dann dort ein, wie stark deine Oberfläche gekräuselt werden soll.

Nun kräuseln wir noch etwas die Oberfläche.

10. Fertig!

Du hast es geschafft – du hast einen See gebaut! Ich finde den Trick echt toll und sehe seitdem das ein oder andere Seebild doch ein wenig anders. Wenn man etwas sauberer arbeitet als ich in diesem Fall (sorry… ;)), dann kann man die Fälschung fast gar nicht mehr erkennen.

Also dann: Viel Spaß beim Nachmachen! Und bei Fragen – gerne an mich! :)

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2 Gedanken zu “Mittels Photoshop in 10 Schritten von der Wiese zum See

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